LG Kiel: Schadensersatz wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen beim Porsche Macan Diesel

Der Abgasskandal beschäftigt nicht nur VW, sondern auch die Konzerntochter Porsche. So stellte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) unzulässige Abschalteinrichtungen bei Dieselmodellen des Porsche Macan und Porsche Cayenne fest und ordnete den verpflichtenden Rückruf an. „Aufgrund der unzulässigen Abschalteinrichtungen bestehen gute Aussichten, Schadensersatzansprüche gegen Porsche durchsetzen zu können“, sagt Rechtsanwalt Sebastian Rosenbusch-Bansi von der Kanzlei Cäsar-Preller in Wiesbaden. Diese Sichtweise wird durch verschiedene Gerichtsurteile untermauert. So stellte beispielsweise das Landgericht Kiel mit Urteil vom 30. Oktober 2018 fest, dass sich Porsche aufgrund vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung schadensersatzpflichtig gemacht habe (Az.: 12 O 406/17). In dem Verfahren hatte der Kläger im Jahr 2013 einen Porsche Macan S Diesel bestellt, der 2014 geliefert wurde. Schon 2016 wurde eine Abschalteinrichtung bei diesem Modell mit der Abgasnorm Euro 6 festgestellt, so dass Porsche zur Beseitigung ein Software-Update zur Verfügung stellte. 2018 stellte das KBA abermals eine unzulässige Abschalteinrichtung fest und ordnete den verpflichtenden Rückruf an. Der Kläger weiterlesen…

LG Berlin: Wirksamer Widerruf einer Autofinanzierung bei der Mercedes-Benz-Bank

Der Abgasskandal trifft alle Dieselfahrer, die unter dem Wertverlust ihrer Fahrzeuge und drohenden Fahrverboten leiden. Neben Schadensersatzklagen kann der Widerruf der Autofinanzierung ein Ausweg aus diesem Dilemma sein. Voraussetzung für den Widerruf eines Autokredits ist, dass die finanzierende Autobank einer fehlerhafte Widerrufsbelehrung oder fehlerhafte Verbraucherinformationen verwendet hat. „Derartige Fehler, die zum Widerruf des Kreditvertrags berechtigen sind zahlreichen Banken unterlaufen, u.a. auch der Mercedes-Benz-Bank, wie ein aktuelles Urteil des Landgerichts Berlin zeigt“, sagt Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht aus Wiesbaden. Wie zuvor schon das Landgericht Stuttgart kam auch das Landgericht Berlin mit Urteil vom 17. Dezember 2018 zu der Überzeugung, dass der Kreditvertrag der Mercedes-Benz-Bank fehlerhaft ist und deshalb auch Jahre nach Abschluss noch widerrufen werden kann (Az.: 38 O 62/18). In dem zu Grunde liegenden Fall hatte der Verbraucher im Januar 2016 ein Fahrzeug erworben und über einen Kredit bei der Mercedes-Benz-Bank finanziert. Im Juli 2017 erklärte weiterlesen…